Vorwort / Danksagung      
         
         
         
         
       

Ikonographie der Renaissanceflöte:
work in progress

Die Idee zu der Website Ikonographie der Renaissanceflöte ergab sich als natürliche Weiterentwicklung einer Bilderpräsentation im Rahmen des ersten internationalen Symposiums zur Renaissancetraversflöte, den Basler Renaissanceflötentagen, im September 2002 organisiert von Anne Smith und Liane Ehlich. Im Enthusiasmus dieser Studientage kam der Wunsch auf, die Sammlung zu erweitern und einer grösseren Allgemeinheit zugänglich zu machen.
Die Arbeit sollte in Form einer interdisziplinären Zusammenarbeit angegangen werden: Auf der einen Seite die Musikerin und Spielerin der Renaissanceflöte, Liane Ehlich, auf der anderen der Historiker Albert Jan Becking.

Sehr bald wurde klar, dass das Projekt nur zufriedenstellend realisiert werden konnte, wenn wir eine Website in eigener Regie aufbauten. Unterstützung erhielten wir dabei von Dr. Hartwig Thomas. Für seine fachkundige Hilfe und für viel Geduld sei ihm an dieser Stelle nochmals herzlich Dank gesagt.

Als ideale Trägerin des Projekts fand sich die Musikhochschule Luzern, an der Liane Ehlich unterrichtet. Der Hochschule und den Betreuern des Projekts: Annette Landau, Claudia Emmenegger und Dr. des. phil. Olivier Senn vom Institut Forschung & Entwicklung sowie dem EDV- Beauftragten Otmar Kramis, sind wir zu grossem Dank verpflichtet.
Als Assistentin war uns ausserdem die Kunsthistorikerin und Musikwissenschaftlerin Martina Papiro eine unschätzbare Hilfe.

Die Website Ikonographie der Renaissanceflöte soll Studierenden, Spielern, Instrumentenbauern, Musikwissenschaftlern und anderen Interessierten zu Forschungszwecken zur Verfügung stehen und vergleichende Studien ermöglichen. Durch ein e-mail an uns kann ein Passwort angefragt und die Site geöffnet werden. Sie bietet Zugang zu einer Fülle an Bildmaterial, wie es unseres Wissens bis jetzt noch nicht einsehbar war.
Eine ausgezeichnete Auflistung von Flötenabbildungen findet sich ausserdem in Mary Rasmussen's Musical Instruments in Western European Art, an Iconographical Guide: The Flute, 15th-16th century (Website); diese kann komplementär zu unserer Site verwendet werden.

Ein Schwerpunkt der Sammlung liegt, unserem Standort Basel / Luzern entsprechend, auf dem Gebiet der Schweiz und Süddeutschlands - wobei dieser Region in der Geschichte der Schweizerpfeiff / flûte allemande tatsächlich eine Schlüsselrolle zukommt.
In erster Linie bestand die Arbeit im Sichten der Literatur - und zwar in ausgesprochen extensiver Weise, da das Thema sich durch viele verschiedene Sparten hindurchzieht. Ohne die ausgezeichneten Basler Bibliotheken wäre die Arbeit wohl wesentlich langsamer, oder gar nicht vorangekommen.
Immer wieder hatten wir auch das grosse Vergnügen, Originale selber ansehen und fotografieren zu können; wir stiessen dabei oft genug auf viel Entgegenkommen seitens Bibliotheken und Museen. Genannt seien die UB Basel (Handschriftenabteilung: Dominik Hunger), das Basler Historische Museum (Dr. Marie-Claire Berkemeier, Rainer Baum), die Stiftsbibliothek St. Gallen, das St. Galler Historische Museum (Dr. Daniel Studer, Monika Mähr), die UB Bern, die Augsburger Stadtbibliothek. Eine ganze Reihe weiterer schweizer und süddeutscher Institutionen fasste ihre 'Schatzbewahrer-Funktion' glücklicherweise nicht so strikt auf, dass die Kostbarkeiten völlig unerreichbar hinter bürokratischen Schutzmauern vergraben blieben.

Auch von Privatpersonen erfuhren wir viel Entgegenkommen und Interesse am Thema; genannt seien zumindest Katharina Bopp, Brian Franklin, Anne Smith, Dr. Thomas Drescher, Randall Cook, Boaz Berney, Claudio Santambrogio, Frédéric Billiét, Prof. Dr. Christoph L. Zollikofer, Dr. Michael Waltenberger und Philippe Allain-Dupré.
Viele Freunde und Bekannte waren behilflich, brachten aus ihren Ferien Fotos, Postkarten und Hinweise. Aus den Gebieten, die für uns nicht so 'naheliegend' sind: Süd- und Osteuropa, erhoffen wir weitere Beiträge; namentlich erwähnt sei hier Gianni Lazzari, der einige sehr schöne italienische Bilder beisteuerte.
Inspirierend wirkte die Teilnahme am Kongress "Musicque de Joye, International Symposium on the Renaissance Flute and Recorder Consort" (Utrecht 2003), und in der Folge der Gedankenaustausch in der "Renaissance Woodwind Group", wo namentlich Dr. David Lasocki und Dr. Herbert Myers viele für uns interessante Themen anrissen.

Selbstverständlich verstehen wir unsere Arbeit als "work-in-progress", es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Allein für eine gründliche Auflistung aller Abbildungen aus der Schweiz müsste man mehrere Jahre an Forschung investieren.
So mussten wir auch den zunächst angesetzten Zeitraum von einem Jahr auf drei Jahre erweitern; trotzdem konnten wir wegen der Menge der Bilder noch nicht die vorgesehene Spanne bis 1650 bearbeiten und haben uns ein Zwischendatum gesetzt: für die Zeit bis etwa 1550 sind die meisten Kapitel jetzt eingefügt. Die übrigen werden sukzessive in den nächsten Jahren folgen.
Anfänglich war auch eine englische Version der Site vorgesehen - wir mussten aber dieses Vorhaben, trotz freundlicher Hilfsangebote von sehr kompetenter Seite (Anne Smith, David Lasocki) - erst einmal zurückstellen, da eine Realisierung unsere Kräfte überfordert hätte.

Die Website soll im Wesentlichen Bilder von Querpfeifen und Querflöten aus der Periode etwa 1470 bis 1650 umfassen; angegliedert werden in der nächsten Zeit ausserdem zwei eigenständige Kapitel:

- Die Ikonographie der Mittelalterquerflöte (Claudio Santambrogio und Liane Ehlich), sowie ein Kapitel zum 15. Jahrhundert (Liane Ehlich).

- Im Entstehen ist ausserdem, als natürliches Komplement zu den Bildern, eine Zitatsammlung aus zeitgenössischen Quellen: Chroniken, Rechtsquellen, Rechnungsbüchern etc.; Ergebnisse sind teilweise schon in die Site eingearbeitet (Albert Jan Becking).

- Ein zusammenfassender Artikel mit ersten Ergebnissen zur Ikonographie der Renaissanceflöte um 1500 ist in Bearbeitung (Albert Jan Becking).

Gerne möchten wir alle, die einen Beitrag leisten wollen, herzlich einladen uns Bilder oder Hinweise zu senden - möglichst mit den notwendigen Angaben versehen, damit wir eine zeitliche und örtliche Einordnung vornehmen können.
Einschränkend sei bemerkt, dass bisher noch nicht einmal die Hälfte des gesammelten Materials aufgearbeitet und in der Site zugänglich ist.

Wir hoffen, dass die Sammlung dazu beitragen wird, einige der immer noch ungelösten Fragen rund um die Geschichte der Renaissancetraversflöte zu erhellen und wünschen viel Spass beim Anschauen der Bilder!

Basel, Januar 2007

Liane Ehlich   Albert Jan Becking